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Fragen rund um den Französisch- und Spanischunterricht an der NMS – Wie? Warum? Wann?

Bieten Sie Ihren Schülern ab der 5. Klasse Französisch- bzw. Spanischunterricht an? Wenn ja: Um wie viele Wochenstunden handelt es sich?

Ja, im Rahmen des „WUV“-Kurssystems bieten wir Schülern der 5. und 6. Klasse die Wahlfächer Französisch und Spanisch als 1. Fremdsprache an. Diese Fächer werden 4 Stunden pro Woche unterrichtet (pro Jahr werden 4 Klassenarbeiten geschrieben). In der 7. Klasse wird der Spanischunterricht für diese Schüler in einer „Fortgeschrittenengruppe“ fortgeführt.

Im Ideal fall findet der Unterricht in Gruppen mit 18 Schülern statt. Im Übrigen möchten wir als Voraussetzung einführen, dass nur solche Schüler diese Kurse wählen können, denen „Sprachen besonders liegen“ (Deutsch und Englisch). Grund dafür ist, dass viele zweisprachige Kinder bereits mit ihren zwei (oder gar mehr) Sprachen beschäftigt sind. Das Erlernen einer weiteren Sprache könnte auf lange Sicht Probleme mit sich bringen.

Können Sie etwas über die Zeitplanung sagen? Findet der Französisch- und Spanischunterricht zur gleichen Zeit statt? Wird in den Klassen ausschließlich Französisch oder Spanisch unterrichtet? Oder werden die Schüler auch zusammengelegt?

Bisher hatten wir gemischte Klassen (8.-10. Klasse). Nun haben wir uns jedoch aufgrund von Problemen mit der Zeitplanung zu einer Änderung entschieden: Es ist sehr schwierig, den Unterricht für 6 Parallelgruppen in 4 verschiedenen Klassenstufen mit den Lehrern zu koordinieren, die schließlich mehr als ein Fach und sowohl in der ersten als auch in der zweiten Sekundarstufe unterrichten. Zukünftig werden alle 7. Klassen nach der Wahl der zweiten Fremdsprache (Französisch oder Spanisch) eingeteilt.

Wie viele Schüler haben Sie insgesamt (in den Klassen 5 bis 12)? Wie viele von ihnen lernen Französisch? Wie viele haben sich für Spanisch entschieden? Und wie viele belegen beide Sprachen?

Spanisch bieten wir erst seit fünf Jahren an, so dass wir in diesem Fach noch keine Abiturklassen unterrichten. In zwei Jahren wird es in jeder Klassenstufe Spanischschüler geben, so dass wir dann etwa gleich viele Schüler in den Spanisch- und Französischkursen haben werden. Dann wird es ungefähr 280 Spanisch- und 280 Französischschüler geben, von denen vielleicht 50 beide Sprachen belegen. Uns geht es darum, nicht miteinander zu konkurrieren, sondern zusammenzuarbeiten.

In der Regel entscheiden sich mehr Schüler für Spanisch als für Französisch (60:40). Nun haben wir ein System mit a/b-Klassen (Spanisch) und c/d-Klassen (Französisch) eingeführt. Es hat sich nämlich herausgestellt, dass es immer schwieriger geworden ist, mit so vielen Parallelgruppen einen annehmbaren Stundenplan zu erarbeiten. Außerdem lässt sich mit diesem neuen System Französisch besser fördern, damit die Verteilung der beiden Sprachen ausgeglichener ist.

Die (ideale) Tendenz für 2014 sieht etwa wie folgt aus:

  • 5. Klasse: 100 Schüler – 18 Spanisch, 18 Französisch
  • 6. Klasse: 105 Schüler – 18 Spanisch, 18 Französisch
  • 7. Klasse: 105 Schüler – 50 Spanisch (7a/7b), 50 Französisch (7c/7d) mit 4 Wochenstunden / 3 Spanischgruppen (1 x Fortgeschrittene, 2 x Anfänger), 3 Französischgruppen (1 x Fortgeschrittene, 2 x Anfänger), 3 Französischgruppen (1 x Fortgeschrittene,2 x Anfänger)
  • 8. Klasse: 105 Schüler – 50 Spanisch (8a/8b), 50 Französisch (8c/8d) mit 4 Wochenstunden /3 Spanischgruppen (1 x Fortgeschrittene, 2 x Anfänger), 3 Französischgruppen (1 x Fortgeschrittene,2 x Anfänger)
  • 9. Klasse: 105 Schüler – 50 Spanisch (9a/9b), 50 Französisch (9c/9d) mit 3 Wochenstunden / 3 Spanischgruppen (1 x Fortgeschrittene, 2 x Anfänger), 3 Französischgruppen (1 x Fortgeschrittene, 2 x Anfänger)
  • 9. Klasse WPU (Wahlpflichtfach) 3 Wochenstunden; 10-15 Schüler pro Gruppe in Französisch und Spanisch. Dies können Schüler sein, die die andere Sprache seit der 7. Klasse belegt haben und nun z. B. Deutsch (als Muttersprache), Englisch (als Partnersprache), Spanisch (als 2. Fremdsprache) und Französisch (als 3. Fremdsprache in Form eines Wahlpflichtfachs) belegen, aber auch Seiteneinsteiger, die die Abiturvoraussetzungen (4 Jahre Unterricht in der zweiten Fremdsprache in Folge) erfüllen müssen. In der Vergangenheit hatten wir einige Schüler in den Wahlpflichtkursen, die diesen Unterricht zusätzlich zu ihrem normalen Spanischunterricht als „Förderkurs“-Variante genutzt hatten. Das ist jedoch nicht so vorgesehen und sollte vermieden werden. Manchmal werden die Kurse mit dem Unterricht für die Schüler der 11. Klasse zusammengelegt, die im Rahmen des IB-Programms „Spanisch ab initio“ belegen. Das hat sich angeboten, weil sich die Lehrpläne sehr ähneln. (Sprachniveau A1)
  • 10. Klasse: 105 Schüler – 50 Spanisch (10a/10b), 50 Französisch (10c/10d) mit 3 Wochenstunden / 3 Spanischgruppen (1 x Fortgeschrittene, 2 x Anfänger), 3 Französischgruppen (1 x Fortgeschrittene, 2 x Anfänger). Nach der 10. Klasse (nach vier Jahren Unterricht in der zweiten Fremdsprache) können die Schüler Spanisch bzw. Französisch abwählen.
  • 10. Klasse WPU (Wahlpflichtfach) 3 Wochenstunden; 10-15 Schüler pro Gruppe in Französisch und Spanisch. Manchmal werden diese Kurse mit dem Unterricht für die Schüler der 12. Klasse zusammengelegt, die im Rahmen des IB-Programms „Spanisch ab initio“ belegen (Sprachniveau A2).
  • 11. Klasse (Abitur/IB): 100 Schüler; 3 Wochenstunden – 10-15 Spanisch, 10-15 Französisch (Basiskurs/IB Sprachniveau B); Sprachniveau: B1.
  • 12. Klasse: 100 Schüler; 3 Wochenstunden – 10-15 Spanisch, 10-15 Französisch (Grandeurs/IB Sprachniveau B); Sprachniveau: B2
  • 13. Klasse: 50 Schüler; 3 Wochenstunden – 10 Spanisch, 10 Französisch. Ausnahme: Seiteneinsteiger Deutsch (Schüler, die aus dem Ausland zugezogen sind) belegen weder Französisch noch Spanisch, da sie den parallel stattfindenden Deutschunterricht besuchen.

Wie viele Spanisch- und Französischstunden werden an der Schule insgesamt unterrichtet?

Einschließlich der einen „Förderstunde“ pro Sprache in der ersten Sekundarstufe ergeben sich 70 Wochenstunden je Sprache.

Nehmen Sie in einer oder in beiden Fremdsprachen an Austauschprogrammen teil?

Die Französischabteilung hat einen Austausch mit einer Schule in Paris organisiert. In Spanien sind wir noch auf der Suche nach Partnern. Einen Austausch für eine ganze Klasse zu organisieren, ist jedoch recht zeitaufwändig und schwierig, weil wir einen engen Zeitplan haben und die Schulsysteme in Frankreich und Spanien sehr verschieden sind. (Wenn eine Reise für uns günstig wäre – zu Beginn oder zum Ende eines Schuljahres –, sind die Partnerschulen noch oder schon wieder in den Ferien. Mitten im Schuljahr sind unsere Schüler aber mit so vielen anderen Projekten und Prüfungen beschäftigt, dass sich nur schwer ein guter Zeitraum finden lässt.)

Können alle Schüler selbst entscheiden, welche Sprache sie erlernen möchten, oder müssen Sie die Schüler gleichmäßig (oder in einem anderen Verhältnis) aufteilen, damit Sie die Vorgaben für die Anzahl der Unterrichtsstunden pro Lehrer erfüllen können?

Siehe oben. Das Problem liegt jedoch weniger im Personal, da wir einerseits genügend Unterrichtsstunden und andererseits ausreichend Spanisch- und Französischlehrer zur Verfügung haben. Die Einschränkung liegt vielmehr in der Anzahl der Schüler pro Klasse. Es ist ungerecht, kleine Französischkurse mit 10 Schülern zu haben, während in den Spanischgruppen 24 Schüler sitzen. Eine solche Situation hatten wir in der Vergangenheit, bevor wir zu dem Schluss kamen, dass wir die Schüler in gleich große Gruppen aufteilen müssen. Wir haben sechs Lehrer für den Französischunterricht und sechs Lehrer für Spanisch. Ein Kollege kann beide Sprachen unterrichten.

Können Schüler ohne deutschen Hintergrund einen Kurs für eine dritte Sprache belegen oder müssen sie zuerst über gewisse Deutschkenntnisse verfügen, bevor sie eine weitere Sprache in ihren Stundenplan aufnehmen dürfen?

Wie zuvor erwähnt, belegen die Seiteneinsteiger in Klassenstufe 7 und 8 derzeit weder Französisch noch Spanisch. In der Vergangenheit gab es jedoch einige Schüler der 7. Klasse, die es geschafft haben, Deutsch und Spanisch parallel zu erlernen und dabei in beiden Sprachen gute Erfolge zu erzielen. Die Anzahl der Seiteneinsteiger ist aber zu klein, um einen gesonderten Kurs für sie anzubieten. Für sie besteht die Möglichkeit, die gewünschte Sprache in der 9. Klasse als Wahlfach zu belegen.

Haben Sie vor, Ihren Schülern zukünftig weitere Sprachen anzubieten?

Nein. Da es in der Schulgemeinschaft keinen Bedarf für weitere Sprachen zu geben scheint, haben wir in dieser Hinsicht nichts geplant.

Cäcilia Harder
Stellvertretende Leiterin für Spanisch
NMS/März 2012

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